Baby 6 Monate Schlaf – Schlafbedarf, Wachphasen und Schlafprobleme

Sarah Mann·8 Minuten Lesezeit

6 Monate ist ein markanter Meilenstein in Babys erstem Lebensjahr. Ihr habt nun das erste halbe Lebensjahr gemeistert und lasst damit viele Herausforderungen der Neugeborenen-Zeit hinter euch (yeahhh). Jetzt geht es mit einer besonderen „Baby“-Zeit weiter, in der Babylein viele spannende Entwicklungen durchmacht.

baby 6 monate schlaf — Baby 6 Monate Schlaf – Schlafbedarf, Wachphasen und Schlafprobleme

Hier erfährst du alles rund um Schlafbedarf, Wachphasen, Tagesablauf und was ihr bei eventuellen Schlafproblemen machen könnt.

Übrigens: Kennst du schon unseren Babyschlaf-Kompaktkurs?

Baby 6 Monate Schlaf

Schlafbedarf: Wie viel schlafen Babys mit 6 Monaten?

In den ganzen (möglichen) Herausforderungen in dieser Zeit ist es wichtig, dass dein Baby einen guten Rhythmus hat. Wachphasen und Schlafphasen sollten den für dein Baby passenden Platz haben.

6-8 Monate alte Babys benötigen 14-15 Stunden Gesamtschlaf innerhalb von 24 Stunden. Diese verteilen sich auf 10-12 Stunden Nachtschlaf (mit Unterbrechungen) und 2-4 Stunden Tagesschlaf, verteilt auf 2-3 Nickerchen.

Die Wachphasen sollten zwischen 2 und 3 Stunden lang sein.

In welchem Rhythmus schläft ein Baby mit 6 Monaten tagsüber?

Die 2 bis 4 Stunden Tagesschlaf verteilen sich bei fast allen Babys in diesem Alter auf drei Tagesschläfchen. Das letzte sollte dabei das kürzeste sein.

Auch sollte die Wachzeit vor dem Abendschlaf die längste sein. Achte aber darauf, dass dein Baby nicht übermüdet, da dies negative Auswirkungen auf den Nachtschlaf hat.

Typischer Tagesablauf Baby 6 Monate (Tagesablauf Baby 7 Monate)

Ein typischer Tagesablauf eines 6 Monate alten Babys mit 3 Nickerchen könnte wie folgt aussehen:

7:00 UhrAufstehen
9:00 UhrMorgenschläfchen
13:00 UhrMittagsschläfchen
16:30 UhrMini-Nickerchen
19:30 UhrBettgehzeitroutine
20:00 UhrSchlafen

Was beeinflusst Babys Schlaf mit 6 Monaten?

Babys Schlaf kann durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt sein. Schließlich macht dein kleiner Schatz wichtige Entwicklungen durch.

Mentale und kognitive Ursachen

  • Blabbern: Babys beginnen nun immer mehr Laute zu produzieren und mit Silbenkombinationen zu spielen. Ja, „bab-bab-bab“ und „ma-ma-ma“ ist soo süß, sofern es dich nicht morgens um 5 aus dem Schlaf holt.
  • Wahrnehmung: Dein Baby versteht nun immer mehr, dass Dinge zueinander in Beziehung stehen, oben oder unten, vorne oder hinten sein können. Seine Welt wird größer und es nimmt Entfernungen wahr.
  • Trennungsangst: Manche Kinder zeigen erste Anzeichen von Trennungsängsten. Dies hängt eng mit obigen Punkt zusammen. Dein Baby versteht nun vermehrt, dass du nah oder fern sein kannst. Zudem weint es womöglich, wenn du den Raum verlässt.

Gründe durch neu gewonnene Mobilität

  • Rollen: Zwischen 5-6 Monaten beginnen die meisten Babys, sich auf die Seite zu rollen und etliche Babys nutzen das Rollen sogar als neue Fortbewegungsart. Vielleicht schreit dein Baby nun nach dir, weil es im Gitterbett feststeckt.
  • Sitzen: Mit 6 oder 7 Monaten beginnen Babys sich aufzusetzen bzw. zu üben in diese Position zu kommen.
  • Robben/Krabbeln: Nun wird es spannend. Vermutlich beginnt dein Kleines nun, sich durch die Gegend zu schieben und startet erste Robb-Versuche. Ganz schnelle Babys üben sich schon im Vierfüßlerstand und Krabbeln.

All diese neuen, tollen Fähigkeiten bedeuten ganz schön viel Arbeit für Körper und Gehirn. Entsprechend werden sie dann gerne auch oft beim Einschlafen oder mitten in der Nacht weiter verarbeitet und geübt. Gähhn.

Körperliche Ursachen

  • Zahnen: Die ersten lieben Zähnchen suchen sich zumeist mit 6-12 Monaten ihren Weg durch das Zahnfleisch. Je nach Kind kann der Schmerz vom Zahnen erheblich den Schlaf stören.
  • Ernährung: Dein Baby ist nun bereit, Beikost zu essen und mit etwa 6 Monaten starten die meisten Eltern die ersten Versuche mit Babybrei und Co. Diese Umstellung plus evtl. sensible Reaktionen auf verschiedenen Nahrungsmittel oder sogar Unverträglichkeiten können durchaus Wirbel in Babys Bauch bringen und damit auch den Schlaf beeinflussen.

Mein Baby ist 6 Monate und schläft schlecht – Ist es in einer Schlafregression?

Eltern mit 6 bis 7 Monate alten Baby durchleben manchmal unerwartete Rückschritte oder Verschlechterungen im Schlafverhalten ihrer Kinder. Diese Rückschritte bezeichnet man als Schlafregression.

Typische Anzeichen einer Schlafregression sind:

  • Häufiges Aufwachen nachts
  • Unruhe und Quengeln am Tag
  • Verkürzung oder Verweigerung von Nickerchen
  • Längere Wachphasen als gewöhnlich
  • Mehr Weinen und Schreien, auch vor den Essenszeiten nachts
  • Veränderungen im Appetit (meist großer Hunger, außer bei zahnenden Kindern)
  • Großes Nähe- und Aufmerksamkeitsbedürfnis.

Schlafregressionen an sich sind zumeist temporär und kein Grund zur Sorge (auch wenn sie sehr anstrengend sein können). Doch beachte: Dein Baby durchläuft gerade Meilensteine in seiner Entwicklung. Und das ist natürlich ein Grund zur Freude!

Wie auffällig ist die 6-Monats-Schlafregression?

Während die meisten Eltern die 4-Monats-Schlafregression als deutlichen (negativen) Einschnitt im Schlafverhalten ihres Babys wahrnehmen, ist die Existenz der 6/7-Monats-Schlafregression tatsächlich umstritten. Interessanterweise wurde in der historischen Fachliteratur die 6-Monats-Marke bis zu unserer Generation nicht als bemerkenswerte Wachstums- oder Änderungsphase beschrieben.

Sie lässt sich folglich getrost als nur „leichte“ Schlafregression einordnen. Also heißt es erstmal aufatmen, denn viele Eltern bzw. Babys erleben diese Schlafregression kaum oder gar nicht!

Fakt ist aber, dass dein Baby sowohl körperlich als auch neurologisch gesehen rasante Fortschritte macht, die den Schlaf beeinflussen können.

Oft können einfache Schritte helfen, um deinem Baby zu besserem Schlaf zu verhelfen.

Wann findet die 6-Monats-Schlafregression statt?

Babys entwickeln sich in unterschiedlichem Tempo. Entsprechend kann die 6-Monats-Schlafregression auch früher oder später stattfinden. Meist beginnt sie zwischen 5,5 und 7 Monaten.

Wie lange dauert die 6-Monats-Schlafregression an?

Glücklicherweise erledigt sich die 6-Monats-Schlafregression in den meisten Fällen von selbst. Schlafregressionen sind vorübergehende Phasen, die in aller Regel innerhalb von wenigen Wochen vorüber sind. Da sie eng mit motorischen Entwicklungssprüngen zusammenhängen, verbessert sich das Schlafverhalten im Normalfall wieder, wenn sich dein Baby an die neu erlernten Fähigkeiten (wie Rollen, Sitzen oder Krabbeln) gewöhnt hat.

Mein Baby (6 Monate) hat Schlafprobleme – Was soll ich tun?

1. Realistisch sein, ruhig bleiben

Schlafrückschritte sind normal. Da sie „nur“ Ausdruck einer guten Entwicklung deines Kindes sind, sind so eher positiv zu sehen. Ein paar schlechte Tage und Nächte sind also kein Grund zur Sorge.

2. Bettgehzeitroutine einführen

Gleichbleibende Rituale vor der Bettgehzeit wirken beruhigend und beeinflussen den Schlaf von Babys/Kleinkindern positiv. Sie helfen beim Einschlafen, Aufregung und Trennungsängste loszulassen und besser durchzuschlafen.

Siehe dazu auch unseren Babyschlaf-Kompaktkurs.

3. Routinen entwickeln

Babys stehen auf Routine. Gib eurem Tag eine feste Struktur. Babys lieben es, wenn sie wissen nach dem Wickeln kommt Kuscheln und nach dem Frühstück ein Spaziergang. Das macht ihr Leben vorhersehbarer und gibt ihnen Sicherheit.

4. Aufwachzeit und Bettgehzeit

Eine gleichbleibende Bettgehzeit ist einer der wichtigsten Punkte, um den Schlaf zu verbessern. Babys Körper muss einfach wissen, wann er müde sein darf und soll. Unterstütze den Bio-Rhythmus deines Kindes, indem du eurem Tag einen Rahmen mit einer festen Aufwachzeit und festen Bettgehzeit gibst.

**5.**Schlafplatz

Stelle einen ruhigen, dunklen Schlafplatz sicher. Die Neugeborenen-Zeit ist vorbei und Babys schlafen nun plötzlich nicht mehr überall (gut) ein! Nicht selten reagieren Babys zwischen 6-8 Monaten plötzlich negativ auf Schlaf in Bewegung, d.h. das Einschlafen in der Federwiege, dem Buggy oder auf dem Arm klappt plötzlich nicht mehr. Stelle sicher, dass ihr möglichst viele Nickerchen an Babys Schlafplatz im dunklen Zimmer stattfinden lässt (insbesondere die Morgennickerchen sind wichtig. Das oft schwierige Nachmittagsnickerchen kann dagegen gerne „On the go“, unterwegs oder in der Trage stattfinden.

Deine Sarah

Über die Autorin

Sarah Mann

Siebenfache Mama. Zertifizierte Sensitive Sleep Consultant des ISSC Australia. Gründerin von Babyschlummerland. Schreibt seit zehn Jahren über bindungsorientierten Babyschlaf, weil sie selbst Jahre gebraucht hat, um den eigenen Weg zu finden.

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